Nachdem Hendrik Streeck (CDU) ein Baby von einer Leihmutter gekauft hat, hat nun auch Jens Spahn in den USA geshoppt. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Die CDU hatte sich den Kampf dagegen auf die Fahnen geschrieben. Und nun? Leihmutterschaft verstößt gegen die göttliche Ordnung von Ehe, Zeugung und Elternschaft. Was sagt die Heilige Schrift zu dieser modernen Praxis? Eine biblische Klarstellung.

In einer Zeit, in der der Mensch meint, über Leben und Tod, über Zeugung und Geburt nach eigenem Gutdünken verfügen zu können, ist die Kirche Jesu Christi gerufen, die unveränderliche Wahrheit des Wortes Gottes zu verkündigen. Leihmutterschaft ist keine medizinische Errungenschaft, die wir neutral betrachten können, sondern ein schwerwiegender Eingriff in die Schöpfungsordnung Gottes, der Menschenwürde verletzt und das Geheimnis des Lebens zur Ware degradiert. Die Heilige Schrift gibt uns klare Maßstäbe, an denen wir diese Praxis messen müssen.

Am Anfang schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan“ (1. Mose 1,27-28). Diese Worte sind nicht bloße historische Beschreibung, sondern göttliche Setzung, die für alle Zeiten gilt. Gott hat die Weitergabe des Lebens unlösbar verbunden mit der Gemeinschaft von Mann und Frau in der Ehe. Diese Ordnung ist nicht verhandelbar, nicht anpassbar an veränderte gesellschaftliche Verhältnisse, sondern bleibt Maßstab für alle Generationen.

Die Ehe ist nach biblischem Zeugnis weit mehr als eine soziale Konvention oder eine rechtliche Übereinkunft. Sie ist heilige Stiftung Gottes, in der zwei Menschen, Mann und Frau, vor Gott und der Gemeinde versprechen, in Treue und Liebe einander anzugehören.

Jesus selbst bekräftigt diese Ordnung: „Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach: Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein? So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden“ (Matthäus 19,4-6). In dieser Ein-Fleisch-Verbindung liegt das Geheimnis der Zeugung. Mann und Frau werden in der ehelichen Vereinigung nicht nur körperlich eins, sondern schaffen in dieser Einheit den Raum, in dem Gott neues Leben schenken kann.

Der Apostel Paulus vertieft dieses Verständnis, wenn er schreibt: „Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde“ (Epheser 5,31-32). Die Ehe zwischen Mann und Frau ist Abbild der Bundesgemeinschaft zwischen Christus und seiner Kirche. Sie trägt sakramentalen Charakter. Wo diese Einheit aufgebrochen wird, wo die Zeugung von der ehelichen Gemeinschaft getrennt wird, wo fremde Dritte in dieses heilige Geheimnis eintreten, wird nicht nur eine biologische Funktion verschoben, sondern die göttliche Ordnung selbst verletzt.

Kinder sind in der Heiligen Schrift niemals Ergebnis menschlicher Planung oder technischer Machbarkeit, sondern stets Gottes Geschenk.

Der Psalmist bekennt: „Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk“ (Psalm 127,3). Das hebräische Wort für „Gabe“ (nachalah) bedeutet zugleich „Erbteil“ – Kinder sind das, was Gott seinem Volk anvertraut, nicht was Menschen sich aneignen. Diese Wahrheit durchzieht die gesamte Heilige Schrift.

Als Hanna lange kinderlos blieb und unter diesem Schmerz litt, betete sie zum HERRN: „HERR Zebaoth, wirst du das Elend deiner Magd ansehen und an mich denken und deiner Magd nicht vergessen und wirst du deiner Magd einen Sohn geben, so will ich ihn dem HERRN geben sein Leben lang“ (1. Samuel 1,11). Hanna wendet sich an Gott, nicht an menschliche Mittel. Sie erkennt an, dass Gott allein über Leben und Fruchtbarkeit verfügt. Und der HERR erhörte sie, „und sie gebar einen Sohn und nannte ihn Samuel: Denn ich habe ihn vom HERRN erbeten“ (1. Samuel 1,20).

Leihmutterschaft kehrt diese Ordnung um. Statt das Leben als Gabe zu empfangen, wird es zum Objekt menschlicher Verfügung. Statt Gott um das Geschenk eines Kindes zu bitten und sein Handeln oder Nichthandeln anzunehmen, greift der Mensch selbst zu, arrangiert, plant, bezahlt. Der Kinderwunsch, so verständlich er sein mag, wird zum Anspruch, zum vermeintlichen Recht. Doch die Heilige Schrift kennt kein Rechtsanspruch auf Kinder. Sie kennt nur die Gnade Gottes, der schenkt oder versagt nach seinem unerforschlichen Ratschluss.

Die Bibel selbst berichtet von Fällen, in denen Frauen in ihrer Verzweiflung über Kinderlosigkeit zu ähnlichen Mitteln griffen. Als Sarai kinderlos blieb, schlug sie Abram vor: „Siehe, der HERR hat mich verschlossen, dass ich nicht gebären kann. Geh doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht durch sie zu einem Sohn komme“ (1. Mose 16,2). Abram ging zu Hagar, und sie gebar Ismael. Doch dieser Weg führte nicht zu Segen, sondern zu Konflikt, Eifersucht und Leid. Hagar verachtete ihre Herrin (1. Mose 16,4), Sarai demütigte Hagar (1. Mose 16,6), und schließlich mussten Hagar und Ismael das Haus verlassen (1. Mose 21,9-14).

Der Versuch, Gottes Verheißung auf menschlichem Weg zu erfüllen, brachte generationenübergreifendes Unheil. Bis heute tragen die Nachkommen Ismaels und Isaaks die Folgen dieser Entscheidung.

Ähnlich verhielt es sich bei Rahel. Als sie sah, dass ihre Schwester Lea Kinder gebar, während sie selbst kinderlos blieb, rief sie verzweifelt: „Schaffe mir Kinder, wenn nicht, so sterbe ich“ (1. Mose 30,1). Sie gab Jakob ihre Magd Bilha, die daraufhin Kinder gebar. Doch auch hier folgte keine Freude, sondern bittere Rivalität zwischen den Schwestern, die beide um die Liebe ihres Mannes und um Fruchtbarkeit wetteiferten (1. Mose 30,1-24). Die Heilige Schrift berichtet von diesen Begebenheiten nicht als Vorbild, sondern als warnendes Beispiel. Sie zeigt: Wo Menschen Gottes Ordnung verlassen und auf eigenen Wegen gehen, da mag kurzfristig ein Ziel erreicht werden, aber langfristig entsteht Zerstörung.

Leihmutterschaft ist Sünde gegen die Schöpfungsordnung, weil sie mehrfache grundlegende Prinzipien verletzt:

Erstens verletzt sie die Würde der Frau. Die Heilige Schrift bezeugt unmissverständlich, dass jeder Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen ist und daher unveräußerliche Würde besitzt.

Der Apostel Paulus schreibt: „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe“ (1. Korinther 6,19-20). Der Leib ist heilig, weil er Wohnstätte des Heiligen Geistes ist. Eine Frau, die gegen Bezahlung oder auch unentgeltlich ihren Körper für die Schwangerschaft mit einem fremden Kind zur Verfügung stellt, behandelt ihren Leib nicht als Tempel Gottes, sondern als Produktionsmittel. Ihre Fruchtbarkeit, die Gott ihr geschenkt hat, wird instrumentalisiert für fremde Zwecke. Dies ist eine Entwürdigung der Frau, selbst wenn sie scheinbar freiwillig geschieht.

Besonders verwerflich wird diese Praxis dort, wo wirtschaftliche Not Frauen faktisch zu diesem Schritt drängt. In vielen Ländern werden Frauen in Armut zu Leihmüttern, damit wohlhabende Paare aus dem Westen zu einem Kind kommen. Hier zeigt sich eine strukturelle Ungerechtigkeit, die die Not der Schwächsten ausnutzt und ihre Verletzlichkeit zur Ware macht. Es ist nichts anderes als Ausbeutung unter dem Deckmantel eines vermeintlich guten Zweckes.

Zweitens verletzt Leihmutterschaft die Würde des Kindes. Ein Kind wird hier nicht als Gabe Gottes empfangen, sondern als Ergebnis eines Vertrages produziert. Es wird von vornherein als Objekt eines Geschäfts behandelt. Die Leihmutter verpflichtet sich vertraglich, das Kind nach der Geburt abzugeben. Das Kind wird damit zur Ware, die den Besitzer wechselt. Dies widerspricht fundamental der biblischen Sicht auf das Kind als Person mit eigener Würde. Jesus sagt: „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes“ (Markus 10,14).

Kinder gehören Gott, nicht Menschen. Sie sind keine Objekte, die man bestellen, herstellen oder liefern kann. Wer versucht, Kinder zum Produkt menschlicher Wünsche oder zum Ergebnis ökonomischer Prozesse zu machen, stellt sich gegen die Ordnung Gottes und verfehlt seinen Willen.

Die Kirche hat dies klar zu benennen: Eine Praxis, die Kinder zur Ware macht, widerspricht dem Evangelium und ist Sünde.

Drittens zerreißt Leihmutterschaft die natürliche Bindung zwischen Mutter und Kind. Neun Monate lang wächst das Kind im Leib der Frau. Es hört ihren Herzschlag, nimmt ihre Stimme wahr und wird von ihrem Körper getragen und genährt. Zwischen beiden entsteht eine Beziehung, die nicht nur biologisch, sondern zutiefst menschlich ist.

Nach der Geburt wird diese Bindung abrupt durchtrennt: Das Kind wird von der Frau getrennt, die es getragen und geboren hat. Für das Kind bedeutet dies einen fundamentalen Verlust. Studien zeigen, dass Kinder bereits im Mutterleib die Stimme und den Geruch der Mutter lernen und nach der Geburt gezielt nach dieser vertrauten Person suchen.

Bei der Leihmutterschaft wird diese natürliche Beziehung bewusst aufgelöst. Das Kind verliert die erste und ursprünglichste Bindung seines Lebens. Auch wenn die späteren Eltern liebevoll und fürsorglich sind, bleibt dieser frühe Bruch bestehen. Eine Praxis, die eine gewachsene Bindung zwischen Mutter und Kind absichtlich zerstört, fügt dem Kind Leid zu – und ist darum als eine Form von Gewalt zu benennen – und diese Gewalt ist Sünde!

Viertens fördert kommerzielle Leihmutterschaft die Vermarktung des Lebens. Wo für Schwangerschaft bezahlt wird, da wird Leben zur Handelsware. Der Mammon herrscht über Zeugung und Geburt. Jesus warnt eindringlich: „Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Matthäus 6,24). Die Kommerzialisierung der Leihmutterschaft ist Götzendienst des Mammons, der sich auch des Heiligsten bemächtigt: der Weitergabe des Lebens.

Diese Praxis der kommerziellen Leihmutterschaft ist Sünde. Wo Leben zur Handelsware wird, wird Gottes Ordnung verletzt.

Fünftens steht Leihmutterschaft im Widerspruch zur biblischen Ehe-Ordnung. Gott hat die Zeugung und Aufzucht von Kindern in den Bund der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau gelegt. Nur in dieser Gemeinschaft soll neues Leben entstehen. Leihmutterschaft löst die Zeugung aus diesem Zusammenhang. Bei der modernen Leihmutterschaft wird oft künstliche Befruchtung eingesetzt, bei der Samen und Eizelle außerhalb des ehelichen Aktes zusammengebracht werden. Die Ein-Fleisch-Verbindung von Mann und Frau, aus der neues Leben hervorgehen soll, wird technisch ersetzt. Dies ist ein Eingriff in die Schöpfungsordnung, den Gott nicht vorgesehen hat.

Besonders schwerwiegend wird die Sünde der Leihmutterschaft, wenn sie von Menschen in Anspruch genommen wird, die selbst nicht in der von Gott gesetzten Ehe-Ordnung leben – Homosexuelle Paare!

Die Heilige Schrift kennt nur eine Form der Ehe: die lebenslange Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Jesus selbst bekräftigt dies unmissverständlich in Matthäus 19,4-6: „Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach (1.Mose 2,24): »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«? So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!

Der Apostel Paulus schreibt über Männer, die mit Männern Unzucht treiben: „Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen“ (Römer 1,26-27). Paulus nennt dies klar als Sünde wider die Natur. Gleichgeschlechtliche Beziehungen entsprechen nicht der Schöpfungsordnung Gottes.

Dies gilt auch dann, wenn diese Wahrheit heute nicht mehr gehört werden will. Wir verurteilen nicht die Menschen, sondern die Praxis, die uns von Gottes guter Ordnung wegführt. Jede Sünde – gleich welcher Art – trennt den Menschen von seinem Schöpfer, und jeder Mensch ist eingeladen, sich von Christus rufen zu lassen, der nicht verdammt, sondern erneuert. Darum sprechen wir klar, aber nicht herzlos; wir nennen die Sünde beim Namen, aber wir halten den Menschen in Liebe fest, damit niemand verloren gehe, sondern das Leben finde.

Wenn nun Menschen, die in homosexuellen Ehen und Gemeinschaften leben, mittels Leihmutterschaft zu Kindern gelangen, so wird die Sünde verdoppelt: Die Lebensform entspricht nicht Gottes Willen, und der Weg zur Elternschaft entspricht ebenfalls nicht Gottes Willen.

Das Alte Testament sagt klar: „Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel“ (3. Mose 18,22). Das Neue Testament bestätigt dies. Paulus schreibt: „Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben“ (1. Korinther 6,9-10). Die Heilige Schrift kennt hier keine Zweideutigkeit.

Umso schwerer wiegt es, wenn Bundestagsabgeordnete Wege zur Elternschaft beschreiten, die selbst wiederum gegen Gottes gute Ordnung verstoßen. Wo finanzielle Möglichkeiten genutzt werden, um rechtliche Grenzen zu umgehen oder menschliches Leben zu einer handelbaren Ware zu machen, wird die Würde des Kindes verletzt und die Verantwortung der Erwachsenen verfehlt. Die Heilige Schrift ruft uns dazu auf, jede Form der Instrumentalisierung des Menschen zu meiden und die Schwächsten zu schützen – gerade dort, wo gesellschaftliche Macht oder Geld scheinbar alles möglich machen.

Dies bedeutet nicht, dass wir als Christen Menschen hassen soll, die in solchen Beziehungen leben. Jesus ruft uns zur Liebe für alle Menschen, auch für Sünder. Er selbst aß mit Zöllnern und Sündern (Markus 2,15-17). Doch Liebe bedeutet nicht, Sünde gutzuheißen. Jesus sagte zur Ehebrecherin: „So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr“ (Johannes 8,11). Er verurteilte sie nicht, aber er rief sie klar zur Umkehr. Wahre Liebe benennt die Sünde und ruft zur Buße, denn nur so kann der Mensch gerettet werden.

Die moderne Gesellschaft hat sich weit von Gottes Ordnung entfernt. Was die Heilige Schrift Sünde nennt, wird heute als Fortschritt gefeiert. Was Gott verboten hat, wird als Menschenrecht deklariert. Der Prophet Jesaja spricht ein erschütterndes Wort: „Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!“ (Jesaja 5,20).

Genau dies geschieht heute. Leihmutterschaft wird als Akt der Liebe dargestellt, als Verwirklichung von Menschenrechten, als medizinischer Fortschritt. In Wahrheit ist sie Verstoß gegen göttliche Ordnung, Entwürdigung von Frauen und Kindern, Kommerzialisierung des Lebens.

Und das Erschreckende ist, dass Christen und Kirche dazu schweigen oder es sogar noch gutheißen. Wo die Gemeinde Gottes ihre prophetische Stimme verliert, wird das Unrecht salonfähig und die Verwirrung zur Norm. Wenn die Kirche nicht mehr zwischen heilig und unheilig unterscheidet, verliert sie ihre Aufgabe, Salz und Licht zu sein. Darum ist es notwendig, dass wir – in Liebe, aber mit Klarheit – das benennen, was Gottes Wort als Irrweg bezeichnet, damit die Wahrheit nicht unter dem Druck der Zeit verstummt.

Die Kirche Jesu Christi darf zu dieser Entwicklung nicht schweigen. Sie ist gerufen, Salz und Licht zu sein (Matthäus 5,13-14). Salz bewahrt vor Verderben, Licht vertreibt die Finsternis. Die Kirche muss die Wahrheit des Wortes Gottes verkündigen, auch wenn dies in einer relativistischen Gesellschaft als intolerant gilt.

Der Apostel Paulus ermahnt seinen Schüler Timotheus: „Ich ermahne dich inständig vor Gott und Christus Jesus, der da kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren“ (2. Timotheus 4,1-4).

Diese Zeit ist gekommen. Menschen wollen die Wahrheit nicht mehr hören. Sie suchen Lehrer, die ihnen sagen, was sie hören wollen. Doch die Kirche muss treu bleiben, zur Zeit oder zur Unzeit.

Zugleich muss die Kirche das Leid der Kinderlosigkeit ernst nehmen. Es ist ein tiefer, berechtigter Schmerz, wenn ein heterosexuellen Paar sich Kinder wünscht und keine bekommen kann. Die Heilige Schrift verschweigt dieses Leid nicht. Hanna weinte und konnte nicht essen (1. Samuel 1,7-8). Rahel rief verzweifelt: „Schaffe mir Kinder, wenn nicht, so sterbe ich“ (1. Mose 30,1). Elisabeth trug die Schmach der Kinderlosigkeit jahrelang (Lukas 1,25). Die Kirche ist gerufen, diesen Schmerz mitzutragen, zu trösten, seelsorgerlich zu begleiten. Doch Mitgefühl bedeutet nicht, jede Lösung gutzuheißen. Gerade weil wir das Leid ernst nehmen, müssen wir davor warnen, falsche Wege zu gehen, die letztlich neues Leid schaffen.

Die biblische Antwort auf Kinderlosigkeit ist nicht technische Manipulation, sondern Gebet und Gottvertrauen. Hanna betete zum HERRN, und er erhörte sie (1. Samuel 1,20). Abraham und Sara warteten jahrzehntelang auf den verheißenen Sohn, und Gott gab ihnen Isaak in ihrem Alter (1. Mose 21,1-2). Zacharias und Elisabeth waren hochbetagt und kinderlos, doch Gott schenkte ihnen Johannes den Täufer (Lukas 1,5-25). Diese Berichte lehren uns: Gott kann und will schenken, aber nach seinem Zeitplan und auf seine Weise. Unser Auftrag ist nicht, selbst zu machen, sondern zu bitten, zu glauben, zu warten.

Und wenn Gott keine leiblichen Kinder schenkt? Dann gibt es andere Wege der Elternschaft. Die Heilige Schrift kennt die Adoption als segensreichen Weg. Mose wurde von der Tochter des Pharao adoptiert (2. Mose 2,10). Ester wurde von ihrem Cousin Mordechai als Tochter angenommen (Ester 2,7).

Im Neuen Testament wird die Adoption sogar zum Bild unserer Beziehung zu Gott: „Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“ (Römer 8,15). Gott selbst adoptiert uns als seine Kinder. Adoption ist biblisch gesehen hohe Form der Elternschaft, nicht minderwertiger Ersatz. Weltweit warten Millionen Kinder auf ein liebevolles Zuhause. Hier liegt eine echte Berufung für kinderlose heterosexuelle Paare, die dem Willen Gottes entspricht.

Zudem ist nicht jeder Christ zur Elternschaft berufen. Jesus selbst war kinderlos. Der Apostel Paulus war kinderlos. Viele Heilige der Kirchengeschichte waren kinderlos. Paulus schreibt: „Ich wollte aber lieber, alle Menschen wären, wie ich bin; aber jeder hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere so. Den Ledigen und Witwen sage ich: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich“ (1. Korinther 7,7-8). Es gibt eine Berufung zur Ehelosigkeit, und es gibt eine Berufung zur Ehe ohne Kinder. Nicht jede Ehe muss Kinder hervorbringen. Die Würde und der Wert eines Menschen bemessen sich nicht an Nachkommenschaft, sondern an der Gotteskindschaft. Paulus schreibt: „Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus“ (Galater 3,26). Dies ist die entscheidende Kindschaft.

Letztlich geht es in der Frage der Leihmutterschaft um die grundsätzliche Haltung des Menschen zu Gottes Souveränität. Erkennen wir an, dass Gott Herr über Leben und Tod ist, oder maßen wir uns an, selbst zu bestimmen? Der HERR spricht durch den Propheten Jesaja: „Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut“ (Jesaja 45,6-7). Und weiter: „Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem Töpfer: Was machst du?, und dein Werk: Er hat keine Hände?“ (Jesaja 45,9).

Der Mensch ist Geschöpf, nicht Schöpfer. Er empfängt sein Leben von Gott und soll es nach Gottes Willen gestalten, aber er darf nicht an Gottes Stelle treten.

Die moderne Reproduktionsmedizin verführt den Menschen zu dem alten Irrtum, den schon die Schlange im Paradies einflüsterte: „Ihr werdet sein wie Gott“ (1. Mose 3,5). Der Mensch will selbst bestimmen über Leben und Tod, über Zeugung und Geburt. Doch dieser Weg führt nicht ins Paradies, sondern in die Vertreibung aus dem Paradies. Er führt zur Zerstörung der göttlichen Ordnung und letztlich zur Selbstzerstörung des Menschen.

Die Botschaft der Heiligen Schrift ist aber nicht nur Warnung und Gericht, sondern vor allem Evangelium, frohe Botschaft. Christus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten. Er ruft alle Menschen zur Umkehr: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“ (Matthäus 4,17). Auch wer sich schuldig gemacht hat durch Leihmutterschaft oder andere Sünden, kann Vergebung finden. Johannes schreibt: „Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit“ (1. Johannes 1,9). Christus ist für unsere Sünden gestorben, „damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3,16).

Die Kirche verkündigt daher Gesetz und Evangelium: Das Gesetz zeigt uns unsere Sünde, unsere Verfehlung gegen Gottes Ordnung. Das Evangelium zeigt uns Christus, der unsere Schuld getragen hat. Paulus schreibt: „Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn“ (Römer 6,23). Wer seine Sünde erkennt, bekennt und umkehrt, dem wird vergeben. Dies ist die große Hoffnung des christlichen Glaubens.

Zugleich bleibt der Ruf zur Heiligung. Wer Vergebung empfangen hat, soll nicht in der Sünde bleiben. Paulus fragt: „Was sollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde? Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind?“ (Römer 6,1-2). Die Gnade Gottes ist nicht billig. Sie befreit uns zur neuen Lebensweise, zum Leben nach Gottes Geboten. Der Christ ist gerufen, sein Leben an der Heiligen Schrift auszurichten, auch und gerade in den schwierigen Fragen der Familienplanung.

In einer Zeit, in der die Schöpfungsordnung Gottes vielfach missachtet wird, ist die Kirche gerufen, prophetisch zu sprechen. Wie die Propheten des Alten Bundes Israel zur Umkehr riefen, so muss die Kirche heute die Gesellschaft zur Umkehr rufen. Hesekiel wurde von Gott beauftragt: „Du Menschenkind, ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus Israel. Du sollst aus meinem Munde das Wort hören und sie in meinem Namen warnen“ (Hesekiel 3,17). Dies ist die Aufgabe der Kirche: Wächter zu sein, zu warnen vor Wegen, die ins Verderben führen.

Doch diese Warnung geschieht nicht aus Überheblichkeit oder Härte, sondern aus Liebe. Gott selbst sagt durch den Propheten Hesekiel: „So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. So kehrt nun um von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben?“ (Hesekiel 33,11). Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern seine Rettung. Dies ist die Motivation der kirchlichen Verkündigung: Menschen zu Christus zu führen, der allein retten kann.

Leihmutterschaft ist Sünde gegen die Schöpfungsordnung Gottes. Sie verletzt die Würde der Frau, die Würde des Kindes und die heilige Ordnung von Ehe und Familie. Sie macht Leben zur Ware und unterwirft die Zeugung dem Mammon. Die Kirche muss dies klar benennen, ohne Beschönigung, ohne falsche Toleranz. Zugleich muss sie das Leid der Kinderlosigkeit ernst nehmen, seelsorgerlich begleiten und auf biblische Alternativen hinweisen: Gebet, Gottvertrauen, Adoption, geistliche Elternschaft. Und sie muss vor allem auf Christus hinweisen, der allein Sünde vergibt und neues Leben schenkt.

Die Hoffnung der Kirche liegt nicht in dieser Welt, sondern in der kommenden Herrlichkeit. Johannes schreibt in der Offenbarung: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen“ (Offenbarung 21,4). In der neuen Schöpfung wird es kein unerfülltes Sehnen mehr geben, keine Kinderlosigkeit, die schmerzt, keine Sünde, die zerstört. Dort wird Gottes Ordnung vollkommen hergestellt sein. Auf diese Hoffnung leben wir zu. Bis dahin sind wir gerufen, treu zu bleiben dem Wort Gottes, koste es, was es wolle.

Der Apostel Paulus schreibt am Ende seines Lebens: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten. Hinfort ist mir bereitgelegt die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben“ (2. Timotheus 4,7-8). Möge die Kirche Jesu Christi in unserer Zeit ebenfalls treu bleiben, den guten Kampf kämpfen, den Glauben bewahren. Dann wird sie einst vor dem Richterstuhl Christi bestehen und die Krone der Gerechtigkeit empfangen.

Gott befohlen. Pater Berndt