Viele unserer Geschwister leben unter Angst und Druck. Und trotzdem halten sie an Christus fest. Auch dort, wo islamistische Bewegungen sie bedrohen, bleibt ihre Hoffnung erstaunlich lebendig. Die Heilige Schrift zeigt uns: Gott lässt seine Kinder nicht fallen. Verfolgung ist nicht das letzte Wort. Inmitten des Leids wächst eine stille, starke Treue – und eine Hoffnung, die niemand ersticken kann. Denn Christus hält seine Gemeinde, und sein Licht bleibt.
Es gibt Wahrheiten, die wir nicht gerne aussprechen, weil sie unbequem sind, weil sie uns herausfordern, weil sie uns zwingen, Position zu beziehen. Doch die Heilige Schrift kennt kein Schweigen, wo Zeugnis gefordert ist. „Redet, was dem Glauben dient“, mahnt der Apostel Paulus in Epheser 4,29, und wenn unsere Geschwister in Christus leiden, dann ist unser Schweigen nicht Liebe, sondern Verrat an der Gemeinschaft der Heiligen. In über fünfzig Ländern dieser Erde werden Christen verfolgt, bedroht, vertrieben und getötet – oftmals in Regionen, in denen der Islam die vorherrschende Religion ist. Das ist keine politische Behauptung, sondern eine dokumentierte Tatsache, die uns als Kirche Jesu Christi zutiefst erschüttern muss.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Organisationen wie Open Doors berichten Jahr für Jahr von Hunderttausenden Christen, die um ihres Glaubens willen leiden. In Nigeria werden christliche Dörfer überfallen, Kirchen niedergebrannt, Gläubige ermordet. In Pakistan droht Christen wegen angeblicher Blasphemie die Todesstrafe. Im Irak und in Syrien wurden altehrwürdige christliche Gemeinden, die seit den Tagen der Apostel bestanden, nahezu ausgelöscht. In Afghanistan, im Iran, in Saudi-Arabien ist es lebensgefährlich, sich öffentlich zu Christus zu bekennen.
Diese Verfolgung geschieht nicht im Verborgenen, sondern oft mit Billigung oder aktiver Beteiligung staatlicher und religiöser Autoritäten. Wer dies verschweigt, macht sich mitschuldig am Leid der Bedrängten.
Doch es gibt noch eine andere Wahrheit, die wir in unserem eigenen Land nicht übersehen dürfen. Es gibt politische Gruppen, gesellschaftliche Stimmen und ganze Parteien, die das Thema Christenverfolgung kaum erwähnen, es relativieren oder bewusst ausblenden. Gleichzeitig warnen sie lautstark vor der AfD, während sie die wachsenden Gefahren des Islamismus in Deutschland verharmlosen oder als Randproblem darstellen.
Das ist eine gefährliche Schieflage. Die größte Bedrohung für die Kirche in unserem Land ist nicht eine Partei, sondern der zunehmende Einfluss islamistischer Ideologien, die Freiheit, Menschenwürde und Glaubensausübung untergraben. Wer diese Entwicklung verschweigt, nimmt das Leid unserer verfolgten Geschwister nicht ernst und lässt die Kirche blind werden für die Herausforderungen, die bereits vor unserer eigenen Haustür stehen.
Unser Herr Jesus Christus selbst hat uns darauf vorbereitet: „Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen“, sagt er in Johannes 15,20. Die Nachfolge Christi ist kein Weg des Wohlstands und der Bequemlichkeit, sondern ein Weg des Kreuzes. „In der Welt habt ihr Angst“, sagt Jesus in Johannes 16,33, „aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Diese Worte sind kein billiger Trost, sondern ein Ruf in die Wirklichkeit: Wer Christus nachfolgt, wird Widerstand erfahren. Der Apostel Paulus schreibt in 2. Timotheus 3,12: „Und alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.“
Das ist keine pessimistische Weltsicht, sondern nüchterne biblische Realität. Die Kirche ist seit ihren Anfängen eine verfolgte Kirche, und sie wird es bleiben, bis der Herr wiederkommt.
Doch warum wird die Kirche verfolgt? Nicht, weil sie schwach wäre, sondern weil sie das Licht der Welt ist. „Das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen“, heißt es in Johannes 1,5. Wo immer das Evangelium verkündigt wird, wo immer Menschen zum Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Christus kommen, dort wird die Finsternis entlarvt. Das Evangelium ist keine harmlose Botschaft, die sich in bestehende Weltanschauungen einfügen lässt.
Doch wir müssen auch bekennen: Die Kirche selbst hat das Evangelium vielerorts zu einer harmlosen, billigen Botschaft verkommen lassen. Nicht, weil Gottes Wort schwächer geworden wäre, sondern weil wir ihm nicht mehr zutrauen, was es verheißt. Wo die Furcht vor Menschen größer ist als die Ehrfurcht vor Gott, wird das Evangelium entschärft, angepasst, weichgespült – und verliert somit seine Kraft. Eine Kirche, die selbst nicht mehr an die Autorität der Heiligen Schrift glaubt, kann kein Licht in der Finsternis sein. Sie wird zu einer Stimme unter vielen, statt zu dem Ruf, der Menschen in die Wahrheit führt.
Es ist die Botschaft von der Herrschaft Christi über alle Mächte und Gewalten, über alle Ideologien und Religionen. „Jesus Christus ist der Herr“, bekennt Philipper 2,11, und dieses Bekenntnis duldet keine Relativierung, keine Unterordnung unter andere Autoritäten. Genau das aber macht die Kirche zur Zielscheibe: Sie verkündet einen exklusiven Wahrheitsanspruch in einer Welt, die Wahrheit als verhandelbar ansieht.
Es ist daher kein Zufall, dass Christen dort am stärksten verfolgt werden, wo religiöse und politische Macht eng miteinander verwoben sind und wo der Anspruch erhoben wird, dass eine bestimmte Religion das gesamte gesellschaftliche Leben bestimmen soll. In vielen islamisch geprägten Ländern ist die Scharia nicht nur religiöses Gesetz, sondern staatliche Ordnung, und wer sich von dieser Ordnung abwendet, wer den Islam verlässt und Christ wird, gilt als Abtrünniger und wird mit dem Tod bedroht. Das ist keine Verzerrung oder extremistische Auslegung, sondern in vielen Ländern gelebte Rechtspraxis. Die Apostelgeschichte berichtet in Kapitel 5,29, wie Petrus und die Apostel vor dem Hohen Rat stehen und erklären: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Genau dieses Bekenntnis kostet heute Tausende das Leben.
Zugleich erleben wir in Europa und auch in Deutschland eine Entwicklung, die uns nachdenklich machen sollte. Die christlichen Kirchen verlieren an Einfluss, an Mitgliedern, an öffentlicher Wahrnehmung. Gleichzeitig wächst der Islam durch Zuwanderung und höhere Geburtenraten. Das ist zunächst eine demografische Tatsache, keine Verschwörung. Doch die Frage, die sich stellt, ist: Wie gehen wir als Kirche damit um? Stehen wir fest in unserem Glauben, oder passen wir uns an? Verkündigen wir das Evangelium klar und unverfälscht, oder verwässern wir es im Namen der Toleranz?
Der Apostel Paulus warnt in Galater 1,8: „Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht.“ Das ist eine harte Sprache, aber sie zeigt: Es gibt keine Verhandlungsmasse beim Evangelium.
Viele christliche Stimmen in Deutschland schweigen zu diesen drängenden Fragen, aus Angst, als intolerant oder fremdenfeindlich zu gelten. Doch Liebe, die nicht die Wahrheit sagt, ist keine Liebe. Jesus selbst war hart, wo es um die Wahrheit ging. Er nannte die Pharisäer „Heuchler“ und „übertünchte Gräber“ (Matthäus 23,27), nicht aus Hass, sondern aus Liebe zur Wahrheit.
Wer die Verfolgung der Christen weltweit verschweigt, wer die Frage nach der Zukunft des christlichen Glaubens in Europa nicht stellt, der dient nicht dem Frieden, sondern der Verleugnung.
Die Heilige Schrift sagt in Sprüche 31,8-9: „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. Tu deinen Mund auf und richte in Gerechtigkeit und schaffe Recht dem Elenden und Armen.“ Das gilt auch für unsere verfolgten Geschwister.
Wir leben in einer Zeit, in der Wahrheit schnell diffamiert wird, um unbequeme Fragen zu ersticken. Manche gesellschaftlichen und politischen Stimmen warnen laut vor der AfD, aber sprechen kaum über den Islamismus, der in Deutschland wächst und unsere freiheitliche Ordnung herausfordert. Diese Verschiebung der Aufmerksamkeit ist gefährlich. Die Kirche darf nicht zulassen, dass echte Bedrohungen verharmlost werden, während Nebenschauplätze überbetont werden. Unsere Aufgabe ist es, wachsam zu sein, die Wahrheit zu sagen und für die einzustehen, die keine Stimme haben – so wie es die Heilige Schrift uns gebietet.
Dabei geht es nicht um Hass gegen Menschen anderen Glaubens. Jeder Muslim, jeder Mensch, ist nach dem Bilde Gottes geschaffen und verdient Respekt und Würde. Doch Respekt vor Menschen bedeutet nicht, dass wir die Wahrheit über Ideologien und Systeme verschweigen dürfen, die Freiheit unterdrücken und Gewalt legitimieren. Jesus sagt in Matthäus 5,44: „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“ Diese Liebe schließt Gebet, Barmherzigkeit und Zeugnis ein – aber nicht die Aufgabe der Wahrheit. Wir sind gerufen, das Evangelium allen Menschen zu verkündigen, auch denen, die uns ablehnen oder verfolgen. Doch wir sind nicht gerufen, unseren Glauben zu verleugnen, um niemanden zu verstören.
Die Kirche in Deutschland steht vor der Frage: Wollen wir eine Kirche sein, die das Evangelium verkündigt, auch wenn es unbequem ist? Oder wollen wir eine Kirche sein, die sich dem Zeitgeist anpasst, um geliebt zu werden? Der Hebräerbrief mahnt in Kapitel 13,8: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“ Christus ändert sich nicht, und sein Wort ändert sich nicht. Wir aber ändern uns, wenn wir den Druck der Welt höher achten als den Ruf unseres Herrn. Luther sagte vor dem Reichstag zu Worms: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir, Amen.“ Das ist der Geist, den die Kirche heute braucht – nicht Anpassung, sondern klares Bekenntnis.
Die Verfolgung der Kirche weltweit ist ein Ruf an uns, fester im Glauben zu stehen, mutiger zu bekennen, treuer zu beten. Wir dürfen nicht schweigen, wo unsere Geschwister leiden. Wir dürfen nicht gleichgültig sein, wo der Name Christi verleugnet werden soll. Und wir dürfen nicht vergessen: Die Kirche hat alle Imperien überlebt, die sie vernichten wollten. Rom, das die Christen den Löwen vorwarf, ist gefallen. Die Sowjetunion, die die Kirche auslöschen wollte, ist zusammengebrochen. Christus bleibt, und seine Kirche bleibt, denn er hat verheißen in Matthäus 16,18: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“
Für jeden Christen muss gelten: Nulltoleranz gegenüber einem politischen Islam, der das Evangelium verdrängen, die Freiheit des Glaubens einschränken oder Christen bedrohen und töten will. Wir sprechen hier nicht über Muslime als Menschen – sie sind unsere Nächsten, von Gott geliebt –, sondern über eine Ideologie, die Religion zur politischen Machtform macht und Andersgläubige unterdrückt. Wo der Islam politisiert wird, verliert er seine religiöse Freiheit und wird zu einem System, das die Kirche Jesu Christi herausfordert und oft bekämpft.
Eine solche Ideologie darf die Kirche nicht dulden, nicht verharmlosen und nicht ignorieren. Wachsamkeit ist keine Feindseligkeit, sondern Verantwortung vor Gott und gegenüber den Schwachen.
Darum braucht es auch eine klare Grenze: Wo islamistische Ideologien auftreten, kann es keine religiöse Gemeinsamkeit geben. Christlicher Gottesdienst und islamistische Lehre stehen einander nicht nur fern – sie folgen völlig unterschiedlichen Geistern. Die Kirche kann keinen Raum teilen, keine liturgische Form verbinden und keine geistliche Praxis vermischen mit einer Ideologie, die Christus nicht bekennt und seine Gemeinde bedroht. Geistliche Einheit setzt Wahrheit voraus, nicht bloße Höflichkeit. Und Wahrheit bedeutet hier: Wir schützen das Evangelium, indem wir es nicht mit Kräften vermengen, die es zerstören wollen.
Lasst uns daher wachsam sein, standhaft im Gebet, mutig im Zeugnis und getrost in der Hoffnung. Christus lebt, und er regiert. Ihm sei Ehre in Ewigkeit.
Gott befohlen. Pater Berndt

Kommentare von Pater Berndt